Umweltbildung

Auf dieser Seite wollen wir von Zeit zu Zeit Tiere und Pflanzen vorstellen, die sich auch im Isental finden lassen. Hiermit möchten wir Sie dazu anregen, selbst hinaus und auf Entdeckungsreise zu gehen. Denn auch in unserer stark landwirtschaftlich geprägten Umgebung gibt es genügend interessante und für viele sicherlich unbekannte Lebewesen, die unseren Schutz verdienen. Und nur was man selbst kennt und schätzt, wird man letztendlich als schützenswert erachten. Wir bedanken uns bei Stefan Masur für die Bilder und Texte, die er uns für diese Seite zur Verfügung gestellt hat.

Bergfink

Fringilla montifringilla
Fringilla montifringilla

Der Bergfink (Fringilla montifringilla) ist der nördliche Verwandte unseres bekannten Buchfinken und kommt in jährlich unterschiedlicher Zahl zu uns, um bei uns den Winter zu verbringen. Er ernährt sich dann sehr gerne von Bucheckern. Sind die Bedingungen für ihn gut, versammeln sich oft große Schwärmen über Wochen an bestimmten Plätzen zum Übernachten, um von dort aus tagsüber zur Nahrungssuche aufzubrechen. Dabei kommt er auch an Futterhäuser in die Gärten, wo er durch seine leuchtend orange Brust und Schultern auffällt.

Skorpionsfliege

Panorpa communis ♀
Panorpa communis ♀

Die Skorpionsfliegen sind trotz ihres deutschen Namens nicht nahe mit den eigentlichen Fliegen verwandt, sondern gehören zur Insektenordnung der Schnabelhafte, benannt nach ihren verlängerten Mundwerkzeugen. Namensgebend für die Skorpionsfliegen ist das an einen Stachel erinnernde rote, nach oben gebogene Hinterleibsende des Männchens, das jedoch nicht zum Stechen eingesetzt wird, sondern bei der Paarung eingesetzt. Das Körperende der Weibchen (Bild) läuft dagegen spitz aus. Da Skorpionsfliegen schattige Bereiche in Büschen bevorzugen, kommen sie nicht selten entlang der Isen vor. In Mitteleuropa gibt es 5 Arten. Die Gemeine Skorpionsfliege (Panorpa communis) wurde zum Insekt des Jahres 2018 gewählt.

Silberreiher

Ardea alba
Ardea alba

Der Silberreiher kommt fast weltweit vor. In Deutschland war er jedoch bis vor etwa 20 Jahren nur ein relativ spärlicher Gast. Dies hat sich jedoch seitdem stark geändert, so dass heute speziell im Winterhalbjahr auf vielen Feldern und Wiesen Silberreiher beobachtet werden können. Herrschen an Teichen günstige Bedingungen vor, kann es durchaus zu Ansammlungen von mehr als 100 Exemplaren kommen. Trotz dieser starken Ausbreitung außerhalb der Brutzeit gab es erstaunlicherweise bisher in Deutschland nur ganz wenige Bruten oder Brutversuche. Da sich neben den großen Kolonien am Neusiedler See jedoch inzwischen auch Silberreiher in England und Holland angesiedelt haben, ist es allerdings durchaus wahrscheinlich, dass dies in absehbarer Zeit auch bei uns passieren wird.

Zwitscherschrecke

Tettigonia cantans
Tettigonia cantans

Die Zwitscherschrecke (Tettigonia cantans) ist nah mit dem bekannteren Grünen Heupferd verwandt. Während das Grüne Heupferd eher tiefer gelegenere Gegenden Bayerns besiedelt, ist die Zwitscherschrecke mehr im Hügel- und Bergland zu finden. Die Verbreitungsgebiete überschneiden sich jedoch weitflächig, so dass auch im Isental beide Arten häufig anzutreffen sind. Hauptunterscheidungsmerkmal ist die Länge der Flügel: bei der Zwitscherschrecke enden sie rund in etwa am Körperende, beim Grünen Heupferd ragen sie dagegen weit und spitz über dieses hinaus. Beide sind in der Vegetation oft schwer zu entdecken, aber am sehr lauten „Gesang“ überall gut festzustellen und auch deutlich zu unterscheiden: das Grüne Heupferd singt oft sehr ausdauernd und auch nachts „tze-tze-tze…“, die Zwitscherschrecke äußert ein sehr schnelles, mehrere Sekunden andauerndes Schwirren und legt danach eine Pause ein. Im Isental besiedelt die Zwitscherschrecke, sowohl Gebüsch und Hochstauenfluren, wie auch Getreidefelder, die, wenn sie reif sind, einen schönen Kontrast zu dem grünen Insekt bilden.